Bild 1:
In dem letzten CFTC Bericht gibt es drei recht interessante Situationen, die ich heute mal vorstellen möchte. Als erstes erscheint mir ein Blick auf den ersten Chart (Bild 1) recht empfehlenswert. Der Anteil der Nettolongpositionierungen der Investmentbranche ist auf den niedrigsten Stand seit Ermittlung des Supplemental Reports gefallen. Die Indexfunds reduzierten ihre Longs um knapp 24.000 Kontrakte und die Large Specs (Trendfolger, Hedgefunds) um 45.000 Kontrakte. Damit liegt der prozentuale Anteil am offenen Interesse nur noch bei 27,6%.
Das offene Interesse (Bild 2) nahm in dieser Woche weiter ab, was aber nur auf Zucker zurück zuführen ist, welches um 101.838 Kontrakte abnahm. Würde man diese Veränderung rausrechnen, hätten wir den ersten Anstieg seit 6 Wochen zu verzeichnen.
Bild 2:
Wer baut denn nun neue Positionen hier auf?
Bild 3:
Ganz klar die Commercials. Die neuen Long Future Positionen überwiegen den Abbau von Short Futures. Dies verwundert nicht, betrachtet man sich die Entwicklung in fast allen Märkten. Am deutlichsten ist das bei der Nettopositionierung in Chicago Weizen zu sehen, die auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2006 und damit seit dem Beginn der Ermittlung. Auch bei den Feeders setzte sich die Tendenz fort und auch hier erreichen wir einen neuen Höchstwert bei der Nettopositionierung. Weiterhin erwähnenswert erscheint uns die Entwicklung in Coffee und Kansas Weizen. Hier wurden auf prozentualer Basis die größten Veränderungen verzeichnet.
Chicago Wheat:
Bild 4:
Den meisten Lesern sollte der COT Index (Bild 4) von Larry Williams oder Steve Briese bekannt sein. Hier wird auf die Nettopositionierungen ein einfacher Stochastik gelegt um den aktuellen Wert mit der Bandbreite des beobachteten Zeitraums zu vergleichen. Der Standardzeitraum beträgt 3 Jahre. Für kürzere Betrachtungen werden 6 Monate zu Rate gezogen, was auch hier der Fall ist, da die Zeitreihe einfach noch nicht ausreicht. Die Interpretation ist seitenverkehrt zur eigentlichen Stochastik Analyse. Hier gilt ein Wert über 75 als positiv und unterhalb von 25 als negativ. Grundphilosophie ist, dass der Commercial am besten weiß, wann ein Rohstoff unter- bzw. überbewertet ist.
Die Anhänger der Larry Williams Tradingstrategien werden jetzt hellhörig und suchen nach weiteren Kaufsignalen, doch möchte ich hier noch einen anderen Chart vorstellen, der die ganze Sache mit Hinblick auf die Entwicklung an den Finanzmärkten vielleicht etwas trüben könnte.
Bild 5:
Der Anteil der Index Longs Futures am Open Interest (Bild 5) beträgt immer noch 44,5%. Dieser Wert ist zwar nicht mehr allzu hoch, vergleicht man das mit Höchstwert von 51,8% doch immer noch deutlich höher als der Mittelwert. Die Diskussion um die massive Diskrepanz zwischen dem Kassamarkt und dem Futures (extreme Basen) macht es den Commercials nahezu unmöglich um ordentliche Absicherungen zu betreiben. Dies erklärt auch, warum die gewöhnlichen Shorts der Produzenten einen solch niedrigen Wert erreicht haben. Daher relativiert sich die Betrachtung des COT Index und hier sehe ich eher Gefahren, dass der Chicago Weizen Kontrakt bei weiteren Positionsglattstellungen der Index Trader (Monats- und Quartalsende) am deutlichsten von betroffen sein könnte. Daher ist Vorsicht geboten.





